Seminar

Digitaler Produktpass (DPP): Digitalisierung und ESPR-PraxisNeu

DPP erfolgreich umsetzen, Compliance sichern und Circular Economy stärken

AdobeStock | Bartek

Der Digitale Produktpass (Digital Product Passport, DPP) entwickelt sich durch die europäische Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) zu einer zentralen regulatorischen Anforderung für Unternehmen im Maschinenbau und Anlagenbau. Künftig müssen Hersteller unter anderem Reparatur-, Wartungs- und Demontageinformationen rechtssicher für nachgelagerte Akteure wie Servicepartner, Wiederaufbereiter und Recyclingunternehmen bereitstellen.

Gleichzeitig zählen der Digitale Produktpass, moderne Datenökosysteme und umfassende Datenkompetenz zu den wichtigsten Enablern einer erfolgreichen Circular Economy. Sie schaffen Transparenz entlang komplexer Lieferketten und ermöglichen nachhaltige, digitale Geschäftsmodelle. Darüber hinaus zeichnet sich ab, dass digitale Produktinformationssysteme wie der DPP künftig eine zentrale Rolle innerhalb der europäischen Produktregulierung und der damit verbundenen Berichts- und Nachweispflichten einnehmen werden. 

Dieses Seminar vermittelt fundiertes Wissen zu den Grundlagen, Funktionen und strategischen Einsatzmöglichkeiten des Digitalen Produktpass sowie digitaler Produktdaten. Die Teilnehmenden erfahren, welche Informationen - beispielsweise zur Materialzusammensetzung, Wartungshistorie oder zu Reparaturmöglichkeiten - künftig im DPP bereitgestellt werden müssen und über welche technischen Systeme diese Informationen verfügbar gemacht werden können. 

Neben den regulatorischen Anforderungen und Compliance-Aspekten werden die Potenziale des DPP für innovative Geschäftsmodelle, Kreislaufwirtschaftsstrategien und digitale Wertschöpfungsnetzwerke beleuchtet. Zudem erhalten die Teilnehmenden einen Überblick über aktuelle und zukünftige Entwicklungen digitalisierter Wertschöpfungsketten in der Circular Economy. 

Inhalte

Prinzipien und Funktionsweise des Digitalen Produktpasses und des DPP-Systems

  • Zentrale Begriffe und Grundlagen des Digitalen Produktpasses (DPP)
  • Überblick über Zielsetzung, Nutzen und regulatorischer Einbettung des DPP
  • Wesentliche Merkmale und Funktionsweise von DPP-Systemen
  • Interoperabilität, DPP-Systemstandards und politische Zielsetzungen der EU
  • Die Rolle des DPP innerhalb aktueller EU-Strategien und Produktregulierungen

Datenökosysteme und Datenstrukturen

  • Überblick über Datenstrukturen der aktuellen und zukünftigen Produktregulierung
  • Schnittstellen zu angrenzenden Bereichen wie Qualitätssicherung und QI Digital
  • Zielgruppenorientierte Datenbereitstellung für Kundeninformationen, datenbasierte Services und internes Produktinformationsmanagement
  • Praxisnahe Fallstudien aus verwandten und nachgelagerten Branchen
  • Der Digitale Produktpass als Instrument der Circular Economy in digitalisierten Wertschöpfungsnetzen

Einführung des Digitalen Produktpasses (DPP)

  • Workshop zur Priorisierung und strategischen Einführung des DPP
  • Pflichtdaten versus optionale Daten im Digitalen Produktpass
  • Erstellung einer strukturierten „Must-Have“-Datenliste für den DPP eines kritischen Bauteils unter Berücksichtigung der ESPR-Anforderungen
  • Ergänzung freiwilliger Informationen für Circular-Economy-Geschäftsmodelle, Wartungsprozesse und After Sales Services

Roadmap zum Digitalen Produktpass

  • Schritte zur technischen Implementierung: Systemarchitektur, Datenmanagement und Schnittstellen
  • Organisatorische Vorbereitung und Stakeholder-Einbindung
  • Entwicklung eines Projektablaufplans für ein Pilotprojekt mit Fokus auf KMU-Lösungen: Auswahl kritischer Produktgruppen, Datenmapping, Systemtests und Erstellung eines DPP-Prototyps
  • Rollout-Planung: Skalierung auf das gesamte Produktportfolio, Prozessintegration, Mitarbeiterschulungen und Change Management

Methoden

Vorträge, Gruppenarbeit, Nutzung von Fallstudien und interaktiven Settings zur Strategieentwicklung, Praxisübung Ablaufplanung


Wie profitieren Sie von diesem Seminar?

Die Teilnehmenden kennen Prinzipien und Funktionsweise von DPP und DPP-System und können bei der Einführung des DPP methodisch vorgehen. Sie können eine „Must-Have"-Datenliste für den DPP eines kritischen Bauteils erstellen und Non-mandatory-Informationen sinnvoll hinzufügen. Im Seminar wird erprobt, einen Projektablaufplan für ein eigenes Pilotprojekt inklusive Rollout zur DPP-Implementierung im eigenen Unternehmen zu erstellen. Dies legt den Grundstein, um Ihr Unternehmen strategisch in einem digitalisierten CE-Wertschöpfungsnetz zu verorten. 


Zielgruppe

Geschäftsführung, Führungs- und Fachkräfte aus den Bereichen Digitalisierung, IT, Entwicklung und Konstruktion, Produktmanagement, Compliance, After Sales Service, Business Development, Circular Economy

Seminarleitung

Dr. Holger Berg

Dr. Holger Berg ist stellvertretender Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft und Co-Leiter des Forschungsbereichs Digitale Transformation am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH. Seine Arbeit gilt den Chancen und Einflüssen der digitalen Transformation zur Ermöglichung der Kreislaufwirtschaft.

Richard Merkel

ist seit dem Jahr 2022 Referent Technikpolitik und Standardisierung und Referent DIN-Normausschuss Maschinenbau (NAM) im VDMA. Dabei ist er unter anderem in diversen nationalen und internationalen (ISO)-Normungsgremien tätig. Seine besondere Fachexpertise liegt in den Themen Automationssysteme, Digitaler Produktpass und Interoperabilität im Maschinenbau.

Veranstaltungsdetails

Dauer: 2 Tage

VDMA-Haus

Lyoner Straße 18
60528 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 66030

Gebühren (zzgl. MwSt.)

VDMA-Mitglieder

€ 1.350

Nichtmitglieder

€ 1.620

Dauer: 2 Tage

VDMA-Haus

Lyoner Straße 18
60528 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 66030

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VDMA-Mitglieder

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