Seminar
Grundlagen zur Circular Economy im MaschinenbauNeu
Effektive Transformation und Wertschöpfungspotentiale durch Kreislaufwirtschaft


Die Aufmerksamkeit für das Thema Circular Economy (CE) und seine Bedeutung für den Maschinenbau und Anlagenbau nimmt kontinuierlich zu. Die Treiber und Gründe für eine Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft im Maschinenbau sind vielschichtig:
- Neue EU-Regulationen wie die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) oder die Maschinenbauverordnung stellen direkte Anforderungen an die Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Modularität von Maschinen und Komponenten. Zudem führen Berichtspflichten aus der Corporate Sustainability Reporting Directive(CSRD) und der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) zu direkten Anfragen berichtspflichtiger Kunden – beispielsweise zum Product Carbon Footprint (PCF), zum Ressourceneinsatz oder zur Nutzung von Rezyklaten. Auch die EU Taxonomy for Sustainable Activities sorgt immer mehr dafür, dass Banken und andere Finanzmittelgeber zunehmend Interesse an zirkulären Geschäftsmodellen und nachhaltigen Produktionsweisen entwickeln.
- Rohstoffsicherheit und Preisvolatilität: Verschiedene Ereignisse der letzten Jahre haben deutlich gemacht, wie wichtig eine stabile Versorgung mit hochwertigen und oft strategisch wichtigen Materialien ist. Circular Economy-Strategien wie Recycling, Remanufacturing oder der Einsatz von Sekundärrohstoffen helfen Unternehmen im Maschinenbau, den Zugang zu wichtigen Rohstoffen langfristig zu sichern und gleichzeitig die Abhängigkeit von globalen Lieferketten zu reduzieren.
- Wettbewerbsdifferenzierung: Die steigende Nachfrage großer Industriekunden und OEMs nach nachhaltigen Lieferketten und zirkulären Nachweisen erhöht den Druck auf Zulieferer im Maschinenbau und Anlagenbau. Unternehmen, die frühzeitig Circular Economy Strategien implementieren, können sich dadurch klar im Wettbewerb positionieren.
- Nachhaltigkeit: Circular Economy bietet die Möglichkeit, ökonomische und ökologische Ziele miteinander zu verbinden. Durch langlebige Produkte, effiziente Ressourcennutzung und innovative Produktionskonzepte können Unternehmen nachhaltiger wirtschaften und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.
- Unternehmerische Chancen: Zirkuläre Geschäftsmodelle eröffnen neue Möglichkeiten für Wertschöpfung und Kundenbindung, beispielsweise durch erweiterte Serviceangebote wie Refurbishment oder Remanufacturing. Gleichzeitig ergeben sich Chancen für die Optimierung von Produktionsprozessen und internen Abläufen - insbesondere durch datenbasierte Instrumente wie den Digitalen Produktpass.
Dieses Seminar vermittelt Ihnen einen praxisnahen und umfassenden Einblick in die Circular Economy im Maschinenbau. Sie lernen die wichtigsten Rahmenbedingungen, Chancen und Erfolgsfaktoren der Circular Economy im Maschinenbau kennen und erhalten konkrete Lösungswege für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Ziel ist es, CE-relevante Entscheidungen im Unternehmen faktenbasiert vorzubereiten und sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile gezielt zu nutzen.
Inhalte
Grundlagen der Circular Economy im Maschinenbau
- Hintergründe und Begriffe der Circular Economy im Maschinenbau kennenlernen
- Treiber der Kreislaufwirtschaft sowie den steigenden Handlungsdruck der Unternehmen verstehen
- Aktuelle Entwicklungen der Circular Economy und Chancen für den Maschinenbau überblicken
- Regulatorische Trends der EU und die Auswirkungen der Circular Economy auf Markt, Wettbewerb und Lieferketten einschätzen
- Als Maschinenbauer die wichtige Enabler-Rolle für andere Wirtschaftszweige in der Circular Economy einnehmen
Strategien und Wertschöpfungspotenziale in der Circular Economy
- Auf bisherige Kernstrategien im Maschinenbau aufsetzen mit Fokus auf Produktqualität, dienstleistungsorientierte Angebote und lange Produktlebensdauer
- Wichtige Einflussfaktoren für zirkuläre Wertschöpfung kennen, z.B. Verlängerung der Nutzungsdauer, Refurbishment und den wachsenden Remanufacturing-Markt
- Die 10R-Strategien der Circular Economy verstehen: Refuse, Rethink, Reduce, Re-Use, Repair, Refurbish, Remanufacture, Repurpose, Recycle und Recover
- Die 10R-Strategien auf eigene Produkte und Geschäftsmodelle im Maschinenbau anwenden
- Strategien strukturiert entwickeln und das größte Hebel-Potenzial für Circular Economy identifizieren
- Ergebnisse und Strategien im Führungskreis und Management kommunizieren
Regulatorik der Circular Economy
- Die branchenrelevante EU-Gesetzgebung zur Circular Economy im Maschinenbau kennen, z.B. die Ecodesign for Sustainable Products Regulation
- Die dringendsten regulatorischen Handlungsfelder ableiten, beispielsweise hinsichtlich Demontagefähigkeit und Produktdesign
- Praxisnahe Übungen und Fallstudien aus der Industrie bearbeiten
Bedeutung des After Sales Service für die Circular Economy
- Strategische Relevanz des After Sales-Geschäfts für Circular Economy und nachhaltige Geschäftsmodelle im Maschinenbau bewerten
Digitalisierung als Voraussetzung für die Circular Economy
- Informationen in Wertschöpfungsnetzen und Datenräumen effizient teilen
- Der Digitale Produktpass als Ermöglicher der Smart Circular Economy
- Wichtige Anwendungsfelder der Smart Circular Economy im Maschinenbau und Anlagenbau kennenlernen
CE-Analyse des eigenen Geschäftsfeld
- Anforderungen an eine Circular Economy-Analyse und Strategieentwicklung im Unternehmen kennen
- Unterschiede zwischen KMU und Großunternehmen bei der Umsetzung von CE-Strategien berücksichtigen
- Realistische Ziele definieren und konkrete erste Schritte zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft planen
- Ausblick auf Implikationen der Circular Economy-Strategien und Geschäftsmodelle auf globale Lieferketten erhalten
Methoden
Vorträge, Gruppenarbeit, Übungen und Diskussion zu Praxisbeispielen, Erarbeitung von Lösungen für das eigene Unternehmen
Wie profitieren Sie von diesem Seminar?
Entscheider und Entscheiderinnen gewinnen Klarheit über CE-Strategien im Kontext des Maschinenbaus. Sie verstehen, wo die größten Wertschöpfungspotenziale im eigenen Produktportfolio liegen und können interne Diskussionen zur strategischen Neuausrichtung faktenbasiert führen.
Zielgruppe
Geschäftsführung, Führungs- und Fachkräfte aus den Bereichen Strategie, Business Development, Entwicklung und Konstruktion, Produktion, Produktmanagement, Strategischer Einkauf, After Sales Service und Nachhaltigkeit
Seminarleitung

Dr. Holger Berg
Dr. Holger Berg ist stellvertretender Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft und Co-Leiter des Forschungsbereichs Digitale Transformation am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH. Seine Arbeit gilt den Chancen und Einflüssen der digitalen Transformation zur Ermöglichung der Kreislaufwirtschaft.

Prof. Dr.-Ing. Stephan Ramesohl
Co-Leiter des Forschungsbereichs „Digitale Transformation“ am Wuppertal Institut mit Arbeitsschwerpunkten auf den Herausforderungen und Chancen von digitalen Technologien und Datenökosystemen für die Circular Economy. Er verfügt über langjährige Expertise in Analyse und strategischer Bewertung von politischen, ökonomischen und technologischen Rahmenbedingungen für Innovationsmanagement und Geschäftsmodellentwicklung.
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