Seminar

CBAM-Kostensteuerung im EinkaufNeu

CBAM-Anforderungen im Einkauf erfolgreich umsetzen und Kostenrisiken im Maschinenbau minimieren

InfiniteFlow | AdobeStock

Der EU Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) verändert die Spielregeln im globalen Einkauf und verschiebt die bisherigen Kostenvorteile internationaler Lieferanten. Unternehmen im Maschinenbau und Anlagenbau stehen damit vor neuen Herausforderungen in der Beschaffung, im Lieferantenmanagement und bei der Steuerung von CO2-Kosten entlang der gesamten Lieferkette.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt die vollständige Anwendung der CBAM-Verordnung. Damit ergeben sich neue Compliance-Anforderungen für Importeure von CBAM-relevanten Waren. Diese verändern die Kostenstrukturen über die gesamte Lieferkette im Maschinenbau und Anlagenbau und machen ein aktives CBAM-Management im Einkauf erforderlich.

Vor allem Waren aus emissionsintensiven Bereichen wie Eisen, Stahl und Aluminium fallen unter die neuen CBAM-Pflichten – mit einer möglichen Ausweitung auf daraus hergestellten Maschinen, Komponenten und Anlagen. Für diese Waren müssen importierende Unternehmen künftig CBAM‑Zertifikate erwerben. Die Kosten hierfür orientieren sich an den Preisen des EU-Emissionshandels (EU ETS), die erheblichen Schwankungen unterliegen und somit neue finanzielle Risiken für den Einkauf schaffen.

Maßgeblich für die Berechnung der CBAM-Kosten sind die Emissionswerte der Hersteller außerhalb der EU. Diese müssen hohe europäische Standards für Monitoring, Reporting und Verifizierung (MRV) erfüllen. Ist dies nicht möglich, sind Standardwerte anzusetzen. Das kann insbesondere im Maschinenbau und Anlagenbau zu erheblichen Mehrkosten führen. Eine enge Zusammenarbeit mit internationalen Lieferanten wird daher zum entscheidenden Erfolgsfaktor, um die neuen EU-Anforderungen zu erfüllen und unnötige Zusatzkosten zu vermeiden.

Die Umsetzung von CBAM erfordert neue organisatorische Lösungen sowie die Integration zusätzlicher Daten, Prozesse und Aufgaben in den Einkauf und die angrenzenden Unternehmensfunktionen. Neben Einkauf und Beschaffung sind auch Nachhaltigkeit und Compliance, Finanzen und Supply Chain Management betroffen. Unternehmen benötigen daher transparente Prozesse für die Erfassung, Bewertung und Steuerung von Emissionsdaten entlang der Lieferkette.

Mit CBAM wird CO2 zu einem neuen und relevanten Kostenfaktor für Unternehmen im Maschinenbau und Anlagenbau. Eine frühzeitige CBAM-Kostensteuerung, ein professionelles Lieferantenmanagement sowie die Integration von CO2-Kennzahlen in Einkaufsentscheidungen sind entscheidend, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, Kostenrisiken zu minimieren und regulatorische Anforderungen nachhaltig zu erfüllen.

Inhalte

CBAM-Kompakt für Einkäufer im Maschinenbau und Anlagenbau

  • Überblick über die einkaufsspezifischen Anforderungen der CBAM-Verordnung und weiterer Regelwerke
  • Auswirkungen einer möglichen CBAM-Ausweitung auf Maschinen, Anlagen und Komponenten
  • CBAM-bedingte Trends im globalen Sourcing und in internationalen Lieferketten
  • Relevante Risiken und Handlungsfelder für Einkauf und Beschaffung

Berechnung und Steuerung von CBAM-Kosten im Einkauf

  • Neue Pflichten zum Erwerb von CBAM-Zertifikaten und Abgabe jährlicher CBAM-Erklärungen
  • CBAM-Kostenformel mit Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Berechnung der relevanten Kostenparameter
  • CBAM-Kosteneffekte mit spezifischen Beispielrechnungen aus dem Maschinenbau und Anlagenbau
  • Strategien zur CBAM-Kostensteuerung und Minimierung von Kostenrisiken im Einkauf

Neue CBAM-Anforderungen an Lieferanten und Lieferketten 

  • Anforderungen und Lösungen zu Monitoring, Reporting und Verifizierung (MRV) von CBAM-Emissionsdaten bei Herstellern im Maschinenbau und Anlagenbau außerhalb der EU
  • Strukturierte Abfrage, Prüfung und Validierung von Emissionsdaten der Hersteller sowie Schulung von Lieferanten zu CBAM-Anforderungen
  • CBAM-Kostenauswirkung von verifizierten Emissionsdaten mit Beispielrechnungen aus dem Maschinenbau und Anlagenbau
  • Erforderliche Anpassung von Einkaufskriterien, Lieferantenbewertungen und Verträgen zur Absicherung von CBAM-Risiken

CBAM-Umsetzung im Unternehmen

  • Organisationsmodelle für die CBAM-Umsetzung in Einkauf, Supply Chain und Compliance
  • Rollen, Verantwortlichkeiten und Governance-Strukturen für ein effektives CBAM-Management
  • Prozess- und IT-Lösungen zur effizienten Umsetzung der CBAM-Anforderungen
  • Integration von CBAM-Daten in Einkaufs-, Beschaffungs- und Lieferantenmanagementprozesse

Methoden

Vorträge, Schritt-für-Schritt-Anleitung, Beispielrechnungen, Leitlinien, Checkliste und Praxisbeispiele


Wie profitieren Sie von diesem Seminar?

Dieses Seminar bietet einen praxisorientierten Einblick in die CBAM-Umsetzung im Einkauf. Es zeigt Ihnen die neuen regulatorischen Anforderungen und Leitlinien zur Umsetzung in der Unternehmenspraxis auf. Dabei lernen Sie, wie CBAM-Kosten berechnet werden und welche Voraussetzungen EU-konforme Emissionsdaten Ihrer Lieferanten erfüllen müssen – mit dem Ziel, Kosten zu reduzieren.


Zielgruppe

Führungskräfte sowie Fachkräfte aus den Bereichen Einkauf, Materialwirtschaft, Supply Chain, Produktion/Operations, Logistik und Versand, Import/Export, Zoll und Außenwirtschaft, Controlling und Finanzen, Compliance und Nachhaltigkeit.

Seminarleitung

Dr. Ulf Narloch

ist Experte für Lösungen zur CO2-Bepreisung in Industrieunternehmen. Er ist Geschäftsführer der CO2iq Solutions GmbH und bringt vielfältige Erfahrungen an der Schnittstelle von Politik und Wirtschaft in seine Trainings ein – u.a. als Projektleiter bei Roland Berger und Ökonom der Weltbank zur internationalen Klimapolitik.

Veranstaltungsdetails

Dauer: 1 Tag

Websessions live

im virtuellen Raum

Gebühren (zzgl. MwSt.)

VDMA-Mitglieder

€ 720

Nichtmitglieder

€ 900

Hilfe & FAQ

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